Angst
Der Tag ist gegenüber der Nacht nicht etwa grau. Er ist bunt und laut.
Selbst wenn wir meinen, ruhige Tage zu verleben, sind das immer die Zeiträume, in denen wir viel Neues lernen, in denen unser Gehirn viele neue Informationen bekommt, Eindrücke, Bilder, Gesichter, Emotionen, Gedanken…
Nachts, das ist eine andere Geschichte. Nachts verarbeiten wir diese Eindrücke. Nachts gibt es nichts, das uns stören könnte. Keine Geräusche rund herum. Kein Licht. Nachts werden wir allein mit uns selbst gelassen. Das ist die Zeit, um nachzudenken, über sich selbst, sein Leben und sein Ich zu reflektieren. Keine Ausreden. Keine Ablenkungen.
Das ist vielleicht, weshalb ich solche Angst davor habe. Ich leide an Noctophobie. Das geht bei mir seit vielen Jahren so: Jedes Mal, wenn es darum geht, gleich ins Bett zu müssen, bekomme ich Angst, manchmal Panik. Mein Herz schlägt schneller, ich beginne, nach Ausreden zu suchen. „Ich muss hier noch was fertig machen“, „Ich bin noch nicht müde“.
Es ist keine wirkliche Angst vor der Nacht selbst. Ich mache liebend gern Nächte durch, ich bin auch gern draußen unterwegs, mag die Besinnlichkeit des Nachthimmels. Es ist eher die Leere, die droht, wenn die Mitmenschen verkünden, langsam ins Bett zu müssen. Das ist der schlimmste Moment. Es ist ein Gefühl von „gleich bist du allein!“.
Und hier, wenn man im Bett liegt, und alle anderen natürlich schon schlafen, wenn du wirklich allein bist, beginnen die Gedanken im Raum wiederzuhallen. An den stillen, kalt und schwach beleuchteten Wänden beginnt das Nichts selbst Schemen zu erzeugen, die Stille macht sich hör- und greifbar, scheint am Ende wie eine undurchdringliche Wand und wird so laut, dass ich mir manchmal die Ohren zuhalten muss. Und das ist kein Sprachbild, dessen ich mich hier bediene.
Es begann bei mir, als ich mit 10 Jahren anfing, außerhalb von Zuhause bei einer Freundin zu übernachten. In fremden Zimmern konnte ich noch nie schlafen. Mir erschienen die feinen Gerüche, die andere Wohnungen ausmachen, die unidentifizierbaren Gegenstände im Dunkel immer als feindlich, als bedrohlich. Wenn ich das Licht anmache, ist es in Ordnung. Solange ich mich irgendwie beschäftigen kann.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal wirklich ganz ohne Licht abends friedlich eingeschlafen bin. Vor drei auch mit Licht kaum.
Seit zwei Monaten wohne ich mit meinem Freund zusammen, der inzwischen kaum eine Nacht genug Schlaf hatte. Ich halte ihn nicht wach, aber es ist fast unmöglich, im Bett neben einer ängstlichen Person friedlich einzuschlafen, besonders wenn ich heftige Schlaflosigkeit habe und ihn jedes Geräusch stört. Er reagiert darauf mit Verständnis, wenn er auch langsam etwas genervt ist. Ich kann es ihm nicht verübeln.
Genau so wie bei meiner Angst vor Insekten, weiß ich, dass diese Angst vollkommen irrational ist. Es ist kein greifbarer Gegenstand. Ich bin unruhig und weiß nicht warum, wenn ich sicherlich auch nicht darauf verzichtet habe, das, wie so viele andere, bestimmten Ereignissen meiner Kindheit zuzuschreiben. Aber das bringt nichts.
In der heutigen Psychologie geht man hier einfach verhaltenstherapeutisch heran. Obwohl es auch Alternativen wie Gruppentherapie oder medikamentöse Behandlung gibt, ist die Erfolgsrate in der psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen heute sehr hoch. Wäre ich nicht zwei Jahre in einer Therapie gewesen, wäre es für mich auch ein Ausweg.
Da die letzte hier aber nicht gegriffen hat, habe ich mich immer mehr daran gewöhnt, sodass es für mich wichtiger ist, andere Dinge in die Hand zu nehmen.
Das klingt seltsam. („Ich dachte, es würde sie so stören“). Tut es auch. Wir Menschen sind irrationale Wesen.
Vielleicht ist es wie die Angst vor einem großen Kind, das einen auf der Straße ärgert. Man hat so viel Angst davor, dass man sogar Angst davor hat, zur Mama zu laufen und das Problem irgendwie zu klären.
„Wir haben nichts zu fürchten, als die Furcht selbst“. Wenn man mich fragt, ist Angst das schlimmste Gefühl von allen. Sie ist häftiger als Trauer, hilfloser als Hass, unberechenbarer als jeder noch so starke Schmerz. Sie wird schnell körperlich. Und sie ist genauso ein Teil von uns, wie ein unliebsamer Verwandter auch zu der Familie gehört. (Nur dass wir hier keine Geschenke zu Weihnachten erwarten dürfen.)
Warum ich das schreibe? Es ist gerade kurz nach 8 Uhr morgens und ich wurde eben davon geweckt, dass ein Kerl sein Motorrad reparieren wollte, was ein lautes, ratterndes, schießendes Geräusch von sich gegeben hat, das bei mir in einer derartigen Panikattacke resultiert ist, dass ich selbst von der Macht dieses Gefühls überrascht war. Ich habe dazu unlängst eine Illustration angefertigt. (Siehe unten)
Außerdem habe ich nur keine 4 Stunden geschlafen und wollte noch jemanden damit ärgern.
Ich bin ein im Grunde meines Herzens böser Mensch.
Interludum: Aufgefallen!
Normalerweise beginne ich meine Charaktere mit einem Aussehen. Ich denke es mir nicht extra aus, sondern ich habe es im Kopf. Mein Charakter Masha zum Beispiel entstand vor zwei Jahren, sie ist bis auf den heutigen Tag mein absoluter Liebling. An ihrem Aussehen hat sich recht wenig verändert. Das ist eine der ersten Skizzen, die ich von ihr hatte:

Danach machte sie eine lange Persönlichkeitsentwicklung durch, wurde verfeinert, es entstanden einige Kapitel eines Romans über ihr Leben.
Ihr Aussehen wurde im Laufe der Illustrationen immer spezifischer:
Irgendwann sah sie auf jeder Zeichnung gleich aus. Ich hatte ihr Gesicht mit all seinen schönen Seiten und Makeln im Kopf. Oftmals kommt es vor, dass wir jemanden finden, von dem wir sagen: „Hey, so ähnlich sieht mein Charakter aus!“. Aber weil ich Mashas Aussehen schon so fest in meiner Vorstellung hatte, habe ich niemanden gefunden, von dem ich das behaupten konnte.
BIS ich heute auf ein Portrait von Doris Day stieß!

Und nun nochmal zum Vergleich.
Links: Ein Portrait von Doris Day, Rechts, eine Zeichnung von Masha
Glaubt ihr an Zufall?
Ich nicht.
;)
(Hier noch meine neueste Arbeit von Masha, diesmal in einer für mich vollkommen neuen Technik. Entstanden, während ich hätte Physiologie lernen sollen. Wenn ich bei der Prüfung durchfalle, dann nur, um euch dies hier präsentieren zu dürfen:)
Jüdische Identität
Das ist ein für mich schwieriges Thema, darum werde ich es vermutlich nicht bei einem Artikel dazu belassen.
Israels bekanntester Premierminister David Ben Gurion gab 1955 bei den Weisen Israels den Auftrag, festzuhalten, was die „Jüdische Identität“ ausmacht.
Es sind dabei lange Bücher und Erläuterungen zu stande gekommen, die alle versuchen, etwas herauszustellen, natürlich sehr viel über Kultur und Geschichte sprechen und letzlich meist zu dem Schluss kommen: Es gibt eine riesige Vielfalt, in dem, was Juden als ihre Identität ansehen. Die meisten davon fühlen sich aber durch ihr Judesein nicht anders als alle anderen Menschen.
Ich komme aus einer Familie, in der die jüdische Kultur, auf meinen Großvater zurückgehend, vollkommen zur Seite geschoben wurde. Mein Großvater soll noch jiddisch gesprochen haben, wenn er mit meiner Großmutter stritt. Mein Vater besonn sich der Tatsache, Jude zu sein, nur auf den Papieren. Ich selbst habe davon überhaupt erst mit 12 erfahren.
Es ist ein seltsames Gefühl, so viel über den Holocaust gelernt zu haben, über die israelische Staatsbildung und, und, und… und plötzlich festzustellen, dass man selbst irgendwo davon betroffen ist.
Aber wie betroffen? Habe ich es denn plötzlich erlebt? Ist mitmal ein schweres Schicksal, oder eine neue Kultur vom Himmel auf mich gefallen? Habe ich denn, nach 12, nicht genau so gelebt wie vorher? Ich denke nicht anders, kleide mich nicht anders, meine Familie ist auch dieselbe. Die selbe Familie, für die Shabbat etwas ist, was andere Juden gern machen, ein Quell von lustigen Anekdoten (letztere auf Anfrage).
Im Laufe meines Aufwachsens habe ich immer mehr von der Familiengeschichte gehört. Wie mein Großvater mit seiner Herkunft zu kämpfen hatte, während seiner Zeit beim sovietischen Militär. Wie antijüdisch die Ukraine auch heute noch ist. Nun, warum ich überhaupt erst die Chance hatte, nach Deutschland zu kommen.
Wie der geneigte Leser sicher bereits weiß, bin ich ein sehr gläubiger Mensch. Vielleicht wird es Zeit, den Glauben etwas zu erläutern. Ich glaube an Gott. Mehr nicht. Das qualifiziert mich nicht gerade als gute Christin. Als gute Christin muss man noch an x Dinge glauben. Aber ironischer Weise qualifiziert es mich auch nicht als gute Jüdin. (Gibt es auch im Deutschen getrennte Wörter für jüdisches Genom und jüdischen Glauben?) Ich bin dazu nicht traditionell genug, nicht bewandert genug in den Sitten, Riten und Feiertagen, im Wort Gottes. (Obschon ich letzteres äußerst ausgiebig studiert habe, kann ich nicht von mir behaupten, es jemals von einem Rabbiner interpretiert gehört zu haben.)
Ich bin nicht… jüdisch genug.
Das ist ein großes Problem bei den Juden in Deutschland insgesamt. Hier herrscht ein Wettbewerb, wer wohl jüdischer sei. Meiner Ansicht nach (und sie ist halb von innen und halb von außen, und vielleicht gerade darum wertvoll) bilden die jüdischen Gemeinden in Deutschland einen elitären Kreis, zu dem der Zutritt mit genug gutem Willen möglich sein mag, aber immer unheimlich nervenaufreibend und problematisch für das Ego ist. Ich will dazu einen Artikel von Mirjam Lübke zitieren:
„Woran liegt es also, dass auch wir Juden bei jedem Neuankömmling in der Gemeinde sofort das große Ratespiel beginnen, ist er’s oder ist er’s nicht? Halbseitig jüdisch, falschseitig jüdisch, gar nicht jüdisch oder – pfui – gar wieder so ein Spinner, der zum Judentum übergetreten ist? Wir prüfen Aussehen und Frisur, das Benehmen beim Beten, den Akzent und die Nase mit dem Eifer eines Rassentheoretikers.“
Das Opfervolk schlägt zurück.
Ich habe viele Aussagen und Zeichen von Juden gesehen, die immer wieder paranoid auf die Deutschen zeigen und den Judenhass in jeder derer Gesten sehen. Der Holocaust scheint noch lange nicht vorbei!
Neulich war ich auf haGalil und habe dort den satirischen, „gutmütigen“ Comic von „Moische, dem Judenhund“ gefunden.
Der Hund führt eine Ende auf Rädern an der Leine und erlebt in Deutschland immer verschiedene Begegnungen, bei denen er seine koschere jüdische Meinung äußert. Einige sind amüsant. Einige sind einfach nur antiislamistisch. Einige weit hergeholt.
Ein Beispielcomic . Ihr könnt euch ruhig auf der Seite umsehen, um euch ein Bild zu machen.
Ich habe dem Schöpfer Daniel Haw eine Email geschrieben, in der ich meine Meinung zu diesem Comic veräußert habe. In etwa lautete mein Punkt, dass ich es als übertrieben erachte, dass Deutsche sich immernoch so gegen das Judentum stellen und sich mit Muslimen verbündeten. (Die ja ach so böse sind. Ich habe noch neulich in meinem Seminar über Kreativität eine Muslimin über die herausragenden kreativen Leistungen von Juden sprechen hören.)
Ich belegte meine Meinung mit meinen eigenen Erfahrungen meiner jüdischen, ausländischen Familie in Deutschland. Nie hat irgendjemand von uns Feindlichkeit oder Ausgrenzung zu spüren bekommen. Meiner Meinung nach ist Deutschland, wenn auch erzwungenermaßen, das tolleranteste Land der Welt. Ein böser Handgriff ist uns möglich, wenn jemand sagt, dass wir (egal, in welchem Zusammenhang) dummes Zeug reden oder einfach unrecht haben.
„Das sagst du nur, weil ich Jüdin bin!“ -BAM!- Die deutsche Paranoia greift. Niemand wird widersprechen. Meine Freunde hassen das. Zurecht! Und Gott sei Dank.
Wie dem auch sei, Herr Haw hat mir geantwortet und ich würde gern einen Teil seiner Mail zitieren, um eine verzerrte Darstellung zu vermeiden:
„Der brüderliche Schulterschluss von Neonazis und Islamisten, die radikal-antiisraelische Linke in Deutschland, die Appeasementpolitik der Grünen bezüglich des Iran und der Palästinenser, die Sponsoren-Verweigerung jüdischer Kulturprojekte seitens deutscher Unternehmen und des Staates, die Schändungen jüdischer Friedhöfe, die politische Situation in Ostdeutschland und das Erstarken der NPD sind Ihnen unbekannt?
Da bewundere ich aber Ihr Gemüt!“
Ich habe ihm noch nicht darauf geantwortet, denn ich informiere mich noch. Ich bin kein Fan von unrecherchierter Argumentation. Ich belege meinen Punkt gern.
Mein einziger Kommentar: Meiner Meinung nach gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft immer wieder Strömungen, die gegen irgendwas sind. Bestimmt auch Strömungen gegen Juden. Bei einer solchen Anzahl an Meinungen wird jede einmal vertreten sein. Aber Juden sind davon nicht schlimmer betroffen als andere. Friedensschluss mit dem Islam ist keine Kriegserklärung an das Judentum; solange einer der beiden Parteien so denkt, wird es nie Frieden geben, und das ist das, was nach Bibel das Reich Gottes definiert. Solange Juden nicht aufhören, sich als ewige Opfer darzustellen, sich auszugrenzen und ihre elitäre Gesellschaft zu bilden, so lange werden die Deutschen, die ihnen hier Heim und Akzeptanz bieten, berechtigt Skepsis gegen sie hegen!
Ich bitte, meine Aussage nicht auf alle Juden zu übertragen. Gott sei Dank sind die meisten doch vernünftig, ich spreche von denen, die sich tatsächlich ausgrenzen.
Das Ziel, das in Deutschland angestrebt werden sollte, ist nicht, die Juden in einen unberührbaren Status zu bringen, sondern in Frieden mit Deutschen. Und das kann nicht passieren, solange sie durch eine Mauer von denen getrennt sind. Egal, welche von beiden Seiten sie baut!
Ich schließe. Zu viele Gedanken auf zu wenig Artikel. Vielleicht werde ich mich später differenzierter fassen. Ich möchte, dass man hieraus einen Punkt mitnimmt, und dass ist ungeachtet allen anderen der wichtigste Punkt:
Wir glauben alle an denselben Gott, Einzelne mehr, Einzelne weniger. Die Religionen fassen diesen Gott teils verschieden auf. Es gibt zwischen uns allen Differenzen, die wir austragen. Aber es ist möglich, dass wir dennoch in Frieden mit einander übereinkommen. Das sei mein naiver Glaube.
Das besprechen Vampire, wenn sie allein sind
Hi!
Ich habe ja die Ehre, Vampire – The Masquerade bei einer wundervollen Gruppe zu meistern. Unsere Chronik ist gerade etwas am versiegen, nachdem wir Shadowrun angefangen haben, warten wir nur noch auf das große Finale.
Und damit hier nichts in Vergessenheit gerät, will ich einige der schönsten Zitate veröffentlichen, die während des Spiels so gefallen sind. Denn Rollenspiel-Zitate sind etwas Schönes!
Befragungstechniken:
„Sagen Sie uns etwas Neues; oder auch etwas Altes, das Sie uns noch nicht gesagt haben!“
„Damit wir wissen, was Sie nicht wissen, müssen wir erst wissen, was Sie wissen.“
„Wie Sie wissen, oder vielleicht nicht wissen, aber wissen sollten…“
„Ich bete weiter um Fragen und Antworten…“
[Zum Ältesten des Clans Malkavian]
„Sind Sie wahnsinnig!?“
Ventrue: „Du hast dich entschuldigt? Ich habe nichts gehört!!“
Nosferatu: „Ich habe auch nichts gesagt.“
Ventrue: „Du wagst es, hier auf dem Balkon… Du gegen mir!!“
Toreador: [sitzt drinnen; lauschend] „Das heißt ‚MICH‘!“
Spielleiter: „Er ist etwas … äh…“
Toreador: „…gevorsichtigt!“
Spielleiter: „Das Wort kannte ich noch nicht, wollte es aber gerade erfinden.“
A: „Shuja ist verschwunden. Und sein Handy reagiert nicht.“
B: „Vielleicht ist er in ein Funkloch gefallen…“
C: „…und kommt nicht mehr raus.“
Brujah zu Toreador, imitiert ein imaginäres Telefonat mit dessen Erzeuger: „Daddy, ich werde nicht exekutiert, aber dafür werde ich nach Moskau geschickt. Und ich muss das Blut von einem Mönch, einem Mechaniker, einem Polizisten und einem Businessman trinken.
… Nein, es sind nicht die Village People.“
Brujah: „Ich als Amerikaner finde das nicht so schlimm wie ich als Person.“
Tremere: „Warum willst du ihn nicht umbringen!?“
Ventrue: „Weil er ein Clansbruder ist!“
Tremere: „Und?“
Toreador: „Deshalb haben Tremere Blutsbande!“
Baraschkowa: „Schreibt das auf!“
Toreador: „Das muss jemand anders machen.“
Brujah: „Hat jemand einen Stift?“
[Ventrue und Toreador halten ihm Stifte hin]
Brujah: „Na, wenn ihr Stifte habt, könnt ihr ja auch selbst schreiben.“ [Wendet sich ab]
Toreador: „Wenn die Leute immer wissen, was wir tun werden, sollten wir uns an sie halten, dann haben sie dahingehend nämlich mehr Ahnung!“
A: „Wo waren wir?“
B: „In der Scheiße.“
C: „Da finden wir uns öfter.“
A: „Wir sind IMMER in der Scheiße. Nur die Tiefe variiert…“
Brujah: „Ich schieße lieber mit einer Pistole auf Distanz auf einen verrückten Dikator, als auf direkte nähe mich mit einer entschlossenen Frau anzulegen!!!“
[Er stand vor der Entscheidung, den Prinzen von Moskau zu vernichten, oder meinen Charakter Masha (siehe Bilder) davon abzuhalten, das zu tun]
Toreador: „Toaster… das ist auch sowas wie ein Motorrad, nur in der Küche. Und für Brot.“
[Er musste diesem Gangrel-Ahnen schon erklären, was ein Motorrad ist. Eine ausführlichere Erklärung wäre wirklich zu viel verlangt.]
Gangrel: „Was war zuerst; das Huhn oder das Ei?“
Toreador: „Das Ei benutzt das Huhn um sich fortzupflanzen“
Brujah: „Ich kanne mich mit den Sitten hier nicht aus.“
Tremere: „Wenden Sie sich vertrauensvoll an die Vampire in Ihrer Nähe.“
OT:
Linus: „Ein Kumpel sagte mal: ‘Jaja, ich kannte da ein paar Nazis, die waren ganz in Ordnung….’ Und seine Bekannten: ‘Waaas, du kanntest Nazis????’ und er meinte dann: ‘… besser du kennst sie, als sie verprügeln dich.’“
Marina [begeistert]: „Das ist so… jüdisch!“
Psychologische Gruppenfindung online?
Ich arbeite zur Zeit an einem Projekt mit.
Das Projekt nennt sich TeamSpace, ist eine Online-Community (oder wird es sein, gemessen daran, dass ich sie erst heute online gestellt habe und sie noch nicht fertig ist) und zeichnet sich durch folgendes aus:
Statt wie auf myspace nur Leute zu verbinden, die zufällig den gleichen Wohnort oder die gleichen Interessen haben, versucht TeamSpace leute zu verbinden, die psychologisch zu einander passen. „Psychologisch“ bedeutet hierbei, dass sie bei der Registrierung irgendwann getestet werden, nach dem Modell der Sozionik, einer Theorie, die unter anderem von meinem Vater ausgearbeitet wurde und auf Jung zurückführt.
Das Ganze basiert auf Typologie. Psychologen hassen Typologie. Es teilt die Menschen in 16 Typen ein, aufgrund von drei verschiedenen Skalen, die jeweils unterschiedlich ausgeprägt sind. Das ist ein ziemlich interessanter Ansatz und nachdem ich sozusagen damit aufgewachsen bin, hatte ich genug Zeit, mich davon zu überzeugen, dass er gut greift.
Was ihm definitiv noch fehlt, ist Wissenschaft. Es gibt kaum wirklich wissenschaftliche Studien und Veröffentlichungen dazu, zumindest in der westlichen Welt.
Was ich davon zu halten habe? Ich verdiene mein Geld damit. Ich finde auch die Idee sehr interessant. Gebe Gott uns allen genug Verstand, damit wir das nicht verderben und genug Besucher, damit wir nicht pleite daran gehen.
So traurig das klingt, das ist im Moment mein einziges Erbe. :/
Wenn das System soweit steht, stelle ich natürlich einen Link hier ein.
Was wirklich zählt
Aus aktuellem Anlass dachte ich viel über schlechte Laune nach. Das heißt nicht, dass ich sie hatte. Ich hatte seit etwa zwei Jahren nicht mehr wirklich schlechte Laune. Nicht diese Art von schlechter Laune, wie man sie als Pubertierender entwickeln kann, in der man die Welt, den Konsum, Verwandte und Kätzchen hasst.
Aber als ich jünger war, hatte ich viel davon. Ich war ein unausstehlicher Jugendlicher, misantropisch und pessimistisch. Mein Bewertungsspektrum reichte von „kotzt mich total an“ bis „nicht so schlecht, wie ich erwartet hatte“.
Das ging so bis zu meinem Abitur. Dann weiß ich nicht, was passiert ist. Entweder es waren banale Sachen – ich konnte von zuhause ausziehen, ich beendete die Schule, ich habe eine Therapie zuende gebracht – oder es war genau jener magische, einzigartige Moment, den ich erlebte, als ich „Krieg und Frieden“ von Tolstoj las.
Es war der Abend vor meiner Mathematik-Klausur. Ich fürchtete Mathe schon immer und war ziemlich aufgelöst. Ich las in dem Buch. Fürst Andrej Bolkonskij war in der Schlacht von Borodino bei den Reservetruppen, ging auf und ab, pflückte Ästchen von Büschen, roch daran, vertrieb sich die Zeit. Eine Granate sauste auf ihn hernieder und riss ihn hinfort. Und es ist der Fürst Bolkonskij, von dem wir sprechen. Ich habe geweint. Ich dachte: „Er ist tot. Er ist entgültig tot, alles was ihn ausgemacht hat, alles was er war, ist jetzt entgültig vorbei. Sein Wesen und seine Gedanken sind erloschen für die Ewigkeit. Nie wieder wird er diese lächerlichen Ästchen vom Busch pflücken, um daran zu riechen. Nie wieder sieht er den Mond an, den Himmel, der über uns steht und uns die Allmacht Gottes vorführt. Nie wieder atmet er banal Luft ein, um sich frei zu fühlen. Diese kleinen Wunder menschlichen Daseins sind erloschen. Und ich mache mir Sorgen um eine Mathematikklausur!“
So oder so ähnlich dachte ich, als meine Großmutter anrief und besorgt fragte, was passiert sei. Als ich ihr in Tränen erklärte, dass Andrej Bolkonskij gestorben ist, lachte sie und erzählte mir, dass meine Mutter ihr vor genau 20 Jahren in Tränen genau dasselbe gesagt hatte. Verwandtschaft.
Jedenfalls ging mein Abiturball danach schief. Ich habe so hart für Mathe gelernt (es wurden 15 Punkte), um bloß über einen Schnitt von 1,9 zu kommen. Dann dürfte ich mit auf die Bühne, unter den besten, bekäme ein Geschenk von der Schule etc. Erfolg. Und tatsächlich erreichte ich mein Abitur damals mit einem Schnitt von 1,6. Ich war furchtbar stolz und glücklich. Der Abend war wunderbar, ich war gut gekleidet, gut gelaunt, mein Freund war da… Wir aßen nach der ersten Veranstaltungsrunde lecker Chilli con Carne, doch als ich den Saal wieder betrat… wurde gerade der letzte mit einem 1,…-Schnitt auf die Bühne gerufen.
Ich hatte den Moment, auf den ich ein halbes Jahr lang hinarbeitete, auf den ich gehofft, von dem ich geträumt hatte, den ich mir als mein Ziel gesteckt hatte, verpasst.
Für Chilli con Carne. (Es war lecker!)
Ich weinte schrecklich und verließ den Ball vorzeitig, in meinem rosa Kleid an Natascha Rostowa erinnernd. Mein Freund tröstete mich gerade nach Kräften, als ich aufblickte und über der Stadthalle den Mond sah und alle diese Gedanken und dieses erhabene Gefühl kehrten zu mir zurück und ich wusste plötzlich, dass dieses „Ziel“ eine Orientierung gewesen war und dass ich meinen Erfolg diesem Ziel zu verdanken hatte. Aber nun, da ich den Weg gegangen war, hatte das Ziel seine Bedeutung verloren und musste nicht mehr eintreffen. Ich lebte immernoch und ich hatte immernoch die Möglichkeit, glücklich zu sein. Die Luft stand unveränderlich um mich herum, ob ich meinen Moment nun hatte oder nicht. Für die Welt machte das keinen Unterschied. Und für mich auch nicht mehr, und ich lachte.
Ich denke, dass das die Universallösung für diese Art von schlechter Laune und Verzweiflung, begründet oder unbegründet, ist. Ob man nun an Gott glaubt und es Gott nennt, oder einfach nur „Das Wichtige“, „Das, was zählt“, „Eine Metaebene“ oder wie auch immer nennt. Dort hin kann men jederzeit, jederzeit zurückkehren. Das ist die dem Menschen geschenkte Freiheit. Und dort sieht man die Dinge von oben und alles erscheint so unwichtig im Vergleich zu diesem größten aller Geschenke, das wir besitzen und immer besitzen werden; bis in den Tod; das keiner uns nehmen kann.
Ich habe nichts neues entdeckt. Viele haben es schon gesagt, veräußert, in verschiedenen Sprachen und Weisen. Einige nannten es „heiliger Geist“, andere „Zen“, wieder andere „Harmonie“ und vierte „verdammt nochmal einfach nur Glück“. Es ist dieser Zustand, in dem die Probleme drohen, einen zu überrennen und man lacht auf und sagt: „Ich lebe, also ist es gut.“
Ich wünsche jedem, der das Gefühl nicht kennt, dass er es kennen lernen möge. Ich wünsche jedem, der es kennt, dass er es nie vergisst. Hier liegt das Glück.
Mit der Gitarrentasche zum Ball
Ich sollte wirklich häufiger Tagebuch schreiben. Es passieren ja doch shöne Dinge im Leben.
Wie mein Wochenende jetzt. Der Abiturball von Körbi. Und da er auch so lieb war, mein Ticket zu bezahlen, bin ich natürlich gefahren. Selbstverständlich nicht ohne die üblichen kleinen Probleme, ohne die das Leben einfach langweilig wäre.
Begonnen bei meinem Kleid. Immerhin schon vor einem Jahr für meinen eigenen Abiturball geschneidert, lag es bei meiner Schneiderin herum. Mit über 100 Euro Kosten übringens mein weit teuerstes Kleidungsstück. Meine Mutter ruft also bei ihr an um zu fragen, ob sie es abholen kann.
„Es ist noch nicht ganz fertig“, erwidert die schusselige Schneiderin.
Ich persönlich habe daran geglaubt, dass es schon vor einem Jahr fertig war, als ich es gekauft, bezahlt und zu meinem Abiturball getragen habe.
Falsch.
Die gute Frau hatte spontan (vermutlich an einem langweiligen Nachmittag) beshlossen, dem guten Stück eine Schnürung zu verpassen – ohne mich!
Was soll ich sagen, der Wert von maßgeschneiderter Kleidung ist unermesslich. Solange sie maßgeschneidert bleibt. Unzuverlässige Menschen.
Mein zweites Problem ergab sich mit der Tasche. Kurz und gut, ich besitze keine. Ich hatte aber nur Gepäck für ein Wochenende, also ein paar Ersatzklamotten, Unterwäsche, Zahnbürste, ein Ballkleid und ein paar (zu einem Ballkleid wirklich lächerliche) Sandalen.
Zum Glück habe ich vor einem halben Jahr mal wieder einen zum Aufgeben verurteilten Versuch angefangen, Gitarrenunterricht zu nehmen. Die Gitarrentasche kam mir gerade gelegen.
Es ist das Wunder weiblicher Handtaschen, die sich überraschenderweise also auch auf andere Taschenarten übertragen lassen, dass in soetwas alles hinein passt. Außerdem sieht man als Musiker unterwegs einfach verdammt cool aus.
Problem 3 stellte sich erst im Zug heraus, die Dame von der Bahn hatte uns Tickets für den falschen Tag gegeben. Gut, dass Bahnkontrolleure unzuverlässig sind und es bei keiner der drei Kontrollen aufgefallen ist.
(Zugegeben, ich muss einräumen, dass eine Kontrolleurin sich durchaus gewundert hat. Sie hat die Tickets zwei mal verwirrt betrachtet, gedreht und verglichen um anschließend ein „Achsoo“ zu machen und sie uns zu stempeln.) Bahner.
Schließlich ist das Wochenende schön verlaufen, immerhin waren wir mit Frack und ausgestelltem Kleid das bestgekleidetste Pärchen des Abends.
Über die Unzulänglichkeiten einer Diskohalle als Ort für einen Abiturball und warum man sich nicht wundern darf, wenn auf der Speisekarte eine lange Liste von Essensdingen wie „Entenbrust mit Frischgemüse in Orangensauße“ steht und es am Buffet nur Knödel gibt, berichte ich ein ander mal.
Buchrezension: „Der Großinquisitor“ – F. M. Dostojewski
Was soll ich in einigen Worten zu diesem Buch sagen.
Ich habe es gestern beim Abendessen gelesen. Es ist nicht lang. Es ist nichtmal wirklich ein Buch, sondern ein Auszug aus Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“. Aber zurecht hat man die Legende vom Großinquisitor als Einzelband veröffentlicht.
Dieses Büchlein ist einer der tiefstschürfendsten, vernichtensten Kommentare zum Glauben an sich, den ich je gelesen habe. Der Inhalt ist der Folgende:
Jesus kehrt auf die Erde zurück und geht durch das Sevilla des 16. Jahrhunderts und der Heiligen Inquisition. Obwohl er kein Wort sagt, wird er von allen erkannt. Der Großinquisitor lässt ihn verhaften und bestellt ihn zum Verhör. Dort erklärt er ihm, dass er kein Recht habe, auf die Erde zurück zu kommen und die Ordnung, welche die Kirche in über tausend Jahren errichtet habe, zu stören. Er erklärt Jesus Christus – einleuchtend – warum er die Menschen eigentlich nicht liebt, warum er zu viel von ihnen erwartet. Warum die Kirche die Menschen wirklich liebt.
Dabei bezieht er sich auf Jesu Zeit in der Wüste, als ihn der Teufel 40 Tage lang versuchte. (Matthäus 4).
Jesus lehnte die Versuchungen ab, und damit, wie Iwan Karamasow im Roman behauptet, die drei Mittel, um die Menschen für sich zu begeistern und zu führen: Das Wunder, das Geheimnis und die Autorität. Er erwartet von den Menschen, dass sie ihm auch ohne dies folgen, durch die Freiheit ihrer Liebe allein. Dass sie dafür auf das „irdische Brot“ verzichten. Doch der Großinquisitor besteht darauf: Der Mensch ist dafür zu schwach. Er will diese Freiheit nicht, sie quält ihn, da er zwischen Gut und Böse wählen muss. Und ohne das irdische Brot könne man keine Tugend von ihm erwarten. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Die Kirche allein weiß um diese Schwäche des Menschen und liebt nicht nur die Starken, die sich vom Irdischen lösen können, sondern alle, also auch die Schwachen. Und sie erlaubt ihnen die Sünde, die zu meiden sie zu schwach sind, und sie nimmt sie damit auf sich und leidet für die Menschen. Also Gottes Liebe im eigentlichen Sinne!
An all das glaubt der Inquisitor und all das spricht er mit Leidenschaft und Bitterkeit und verbietet Jesus noch etwas zu dem hinzuzufügen, was er ohnehin schon gesagt hat. Damals.
Jesus Christus schweigt. Erst als der Inquisitor fertig ist und eine Antwort erwaretet, irgendeine Antwort, erhebt er sich schweigend, küsst den Inquisitor und dieser lässt ihn gehen. „Kehre nie wieder! Nie!“
Hier ist mir eine Wahrheit offenkundig geworden, die ich so nicht wahrhaben wollte. Zwar glaube ich nicht an Jesus Christus doch aber an Gott. Und wirklich – sollte das, was er von uns erwartet, eine zu hohe Erwartung sein? Sollte er die Schwachen, die Sündigen weniger lieben, dass er sie mit einem Gewissen quält?
Sicher ist hierin keine Wahrheit. Man sucht sie vergebens. Es ist ein Gedanke. Ich entnahm aus diesem Buch das Folgende:
Edel ist, wer liebt und denkt. Wer aber durch die Liebe über den Gedanken erhaben ist, der glaubt wirklich.
Insgesamt finde ich dies sehr lesenswert. Es ist nicht nur hintergründig und philosophisch, sondern sogar prophetisch bis in unsere Zeit.
Außerdem dauert das Lesen bestenfalls eine Stunde.

