Wer bin ich? Und wenn ja, wieviele??

Dienstag, 30. September 2008 at 19:35 (Aus meinem Leben) (, , , )

„Kannst du mir bitte ein Foto von dir schicken? Meine alte Schulkameradin hat gefragt, wie meine Tochter aussieht.“, bat meine Mutter am Telefon, als sie mich just aus der Dusche geholt hatte.
„Du hast doch tausende von Fotos von mir!“, antwortete ich genervt, während ich mir umständlich ein Handtuch umband und das Telefon zwischen Schulter und Kinn geklemmt hatte.
„Ja, aber keines ohne Kostüm. Ich will ein Foto zeigen, wie du normal aussiehst.“
Ich stockte. Ich hatte gerade die Türe meines Kleiderschranks geöffnet und sah hinein. Bunte farben, die meisten gehören zu langen Kleidern. Aus dem 15., dem 18., dem 19. Jahrhundert… Europa, Asien… alles dabei. Wie sehe ich eigentlich „normal“ aus?

Es ist schon wahr, seit ich ein kleines Kind bin, liebe ich es, mich zu verkleiden. Mein ganzes Leben ist ein großer, bunter Karneval. Ich lebe Schauspiel. Darum sammle ich natürlich auch Kostüme.
Aber sogar in meiner Freizeit, im Alltag, zur Uni zum Beispiel, kleide ich mich immer so verschieden…
Heute habe ich Lust, eine strenge Lehrerin zu sein. Morgen eine zarte viktorianische Dame, mit vielen Rüschen und langem Rock. Gestern war ich die aufreizende Frau im roten Minikleid.
Warum mag ich es eigentlich so, mich zu verwandeln?

Vor allem aber: Was ist es, was mich am Ende repräsentiert? Wie sehe ich üblicherweise aus, wenn ich nicht verkleidet bin, keine Rolle spiele? Kommt das überhaupt vor? Ich bin dieser Frage schon so oft nachgegangen.

Ich habe mal die Fotos auf meiner Festplatte genommen, und eine zufällige Auswahl davon in einer Collage zusammengestellt.

Klickt auf das Bild für die Tausend (18) Gesichter der Marina Weisband.

Wer bin ich?

18 Gesichter einer Person

Ich suche also nun irgendwelche Fotos, die vielleicht so aussehen, als sähen sie mir den größten Teil der Zeit relativ ähnlich.

Identität fällt schwer.

Letzte Worte:

Vom Ball auf’s Rad, und schnell nach Haus
Im Ballkleid spüle ich Geschirr.
Ich lebe hier und lerne da,
Und wer entwickelt dies Gewirr?
Ein Improtanz, Improgedicht
Muss ich zum Besten geben.
Vielleicht ist auch ein Platz für dich
In meinem Improleben.

M. Weisband

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Es schüttelt uns…

Dienstag, 30. September 2008 at 11:56 (Lyrik)

Uns schüttelt es in Überfüllten Bussen
Uns hetzt den ganzen Tag der Alltagstrott
Uns schluckt die U-Bahn unter unsren Füssen
Umdrängelt wir von dem Passantenspott

Durch laute Straßen gehen wir vorüber
Und sehen nicht Gesichter noch Statur.
Vermischt ist miteinander unsre Atmung
Verwirrt ist ineinander unsre Spur

Aus Taschen zieh’n wir unsre Zigaretten,
Unsere Säume voll von Straßendreck.
Wenn wir einander auf die Füße treten
Entschuldigen wir uns und sehen weg.

Über Straßen mit klingenden Namen
Jeder seinem Weg folgend dabei,
Gehen wir, nicht erkannt durch einander,
stoßend an, an einander vorbei.

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Gedanken Allerlei zum Blog

Montag, 29. September 2008 at 12:55 (Aus meinem Leben, Philosophisch)

Ich habe mir heute nochmal alte Kommentare in meinem Blog durchgelesen, auch zu der Seite „über die Autorin“, die eine lächerlich lange Biographie für meine 20 Jahre enthält.

Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen dort von einer Art Seelenverwandtschaft sprechen, von Berührungen, von Emotionen. Das berührt mich jedes mal sehr, denn ich finde es schön, dass es für mich reicht, meine Gedanken bloß zu tippen, um in den Herzen von Menschen irgendwas zu öffnen, irgendwas neues zu beleuchten. Finger fliegen über die Tastatur und irgendwo, in den unendlichen Weiten des Internets, lächelt jemand vielleicht darüber. Vielleicht ist das die wahre Magie.

Ich denke immer sehr viel darüber nach, wohin ich mit diesem winzigen, privaten Einsprengsel im vernetzten Universum eigentlich will. Was ich erreichen will. Eine philosophische Seite? Prophanes Tagebuch mit „Das habe ich heute gemacht und das habe ich heute gezeichnet“? Klassische Linksammlung? Gott weiß es. Ich kann mich – wie immer und bei allem – einfach nicht entscheiden.
Darum mische ich bunt.

Gerade mache ich harte Zeiten durch, aber das Bewusstsein, dass ich so viele der Erfahrungen, die ich mache, dann mit anderen teilen kann, die sie gern lesen (Wirklich!?), gibt mir Motivation, Dinge aus mir heraus zu tippen. Und jede Menge Unsinn. Der gehört immer dazu, der Unsinn. Es geht nicht ohne.
Immerhin geht es sogar bei Traurigkeit nicht darum, traurig zu sein. Sondern wieder fröhlich zu werden.

In diesem Sinne präsentiere ich eine weitere, nichtssagende Fantasyillustration.

Zwerg mit Warg

Zwerg mit Warg

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Lied zur Nacht

Freitag, 26. September 2008 at 19:51 (Lyrik)

Ach, was klopft es nachts so bitterlich an mein Fenster, wenn ich allein bin?
Der Chor meiner toten Kinder singt leise ein Lied für mich.
Draußen vertrocknen auf den Wiesen die Stiefmütterchen.
Draußen riecht es nach fauligem Gras.
Hinter der Glasscheibe ist es ganz still.
Äther schwimmt wohlig vor den Augen.
Draußen wird es Tag und Nacht.
Der Chor meiner toten Kinder kann nicht einschlafen.

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Nachtrag zu Illustrationen

Sonntag, 21. September 2008 at 9:22 (Kunst) ()

Körbi hat das Bild mit dem Jungen  mit dem Wolf kritisiert, sodass ich es aufbessern musste. Ich habe versucht, das Gesicht weniger flach und tot zu machen.

Vorher     -     Nachher:

Außerdem habe ich eine neue Illustration zum Drow namens Pharaun:

Recht untypische Darstellung, aber es passt zu ihm.

Das war es ersteinmal wieder. Zur Zeit bin ich sehr mit Vordiplom und Theater beschäftigt. Über die aktuelle Produktion von letzterem folgt die nächsten Tage ein ausführlicher Bericht – Es lohnt sich!

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Illustrationen!

Mittwoch, 17. September 2008 at 20:43 (Kunst) (, , , , )

Ganz nebenbei bin ich ja auch noch Studentin.

Die Vordiplomsprüfungen stehen am Dienstag ins Haus und ich tue das einzig Sinnvolle: Ich drücke mich ums Lernen, indem ich zeichne.
In letzter Zeit spiele ich wieder Dungeons & Dragons in einer Gruppe, was mich dazu gebracht hat, meinen Charakter zu portraitieren und mich in meinen Bildern wieder verstärkt dem verhassten Genre „Fantasy“ zu widmen.

Abgebildet ist im Folgenden zumeist Charakter Nadiah, von der ich von allen meinen Charakteren am wenigsten Zeichnungen habe. Ich erinnere mich auch wieder, warum:

Als ich noch mit Papier und Bleistift gezeichnet habe, war die dunkle Hexe mit ihrem schwarzen Kleid und ihrem Schwarzen Haar und ihrem schwarzen Pferd eine Zumutung!
Seit ich mein WACOM besitze und am PC coloriere, ist es eine Freude.

Hier also einige Bilder, die so am PC entstanden sind.

Nadiah:

Mehr:

Charakter Jon Snow aus „A Song of Ice and Fire“, wie er vor meinem inneren Auge ist.

Selbstportrait bei unermesslicher Langeweile. Vielen Bekannten gefällt das Gesicht nicht.

Das Mädchen mit den Streichhölzern. Vampire Illustration.

Das war es ersteinmal von meiner Seite.

Draußen vor dem Fenster wird es dunkel, dabei war noch garnicht Sommer.
Ich mache mich wieder ans Lernen.

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