Offener Brief an einen Freund

Montag, 20. April 2009 at 13:14 (Philosophisch, Psychologie)

Mein lieber Freund,

du fragst mich, warum du unglücklich bist.
Du sagst, du tust doch alles, um den Menschen zu helfen. Dein ganzes Leben befindest du dich auf dieser Suche nach etwas, und bekommst es doch nicht. Du bist doch ein guter Mensch. Du bist doch für alle da. Und manchmal beklemmt dich etwas in der Brust.

Du hast solche Angst davor, egoistisch zu sein, dass du dich für andere ganz opfern würdest. Und du fragst: Warum bricht es doch immer wieder aus mir heraus? Weshalb bin ich solch ein verdammter Egoist?

‘Genau darum’, anworte ich dir, lieber Freund.

Du liebst alle Menschen so sehr, nur einer ist darunter, den du nicht liebst. Und dieser eine, die dreizehnte Fee, die nicht zum Fest geladen wurde, rächt sich. Dabei ist doch dieser eine der Wichtigste von allen.

Dein Innerstes, dein Heiligstes, ist dein eigenes Kind.
Entsinne dich. Du hast es selbst geschaffen. Du hast große Schmerzen auf dich genommen, und aus all deinem Leid, aus all deiner Erfahrung, hast du das geformt. Du hast ihm Leben geschenkt, in dir wird es Leben, bis du stirbst.
Das ist es, wofür du gearbeitet hast. Um das du dir Sorgen machst, wegen dem du Nachts nicht schläfst. Dass du es liebst, das bist du ihm schuldig.

Du fragst: ‘Weshalb tut es so weh, wenn jemand mich kritisiert?’

Wie kannst du es zulassen, dass irgendjemand dich bewertet? Dass jemand dein Kind beleidigt, liebst du es denn darum weniger? Bist du wirklich enttäuscht, wenn dein Kind bei einem Wettbewerb nicht den ersten Preis bekommt?  Würdest du dein Kind für jemand anderen opfern? Würdest du es genau so behandeln, wie alle anderen Kinder auch?

Sein Eigenes liebt man immer mehr als das Fremde. So sind wir Menschen, und Menschen werden wir immer bleiben.
Niemand wird dich je so lieben können, wie du es selbst tust.
Du trittst auf deine Tränen und sagst dir, dass sie falsch sind. Dabei weint in dir doch der Teil, der deiner Aufmerksamkeit am meisten bedarf. Kann man zu egoistisch sein? Vielleicht. Auf jeden Fall kann man zu wenig egoistisch sein.

Höre in dich, in die kleine Stimme, die dort manchmal unbemerkt weint. Nimm sie in den Arm. Streichle über das feine Haar und sag: ‘Was auch immer geschieht. Ich werde dich immer lieben. Auf deine Wünsche werde ich achten. Ich werde dich mit strenger Hand erziehen, doch ich werde nicht zulassen, dass dir jemand ein Haar krümmt. Bei mir bist du sicher. Und nun lass uns diesen Wettbewerb verlassen. Dass dich jemand bewertet, haben wir nicht nötig. Lass uns anderen helfen gehen…“

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Gedanken zu Spuren

Donnerstag, 26. März 2009 at 23:33 (Philosophisch)

Wenn die letzte Log gelöscht ist… und der Cache von Google leer… dann wird die Welt mich für einen gewesenen Traum halten.

Der letzte Walzer

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Nachhaltigkeit

Mittwoch, 18. Februar 2009 at 1:16 (Philosophisch) ()

Gib einer Frau einen Fisch, und du ernährst sie für einen Tag.

Aber gib ihr einen Fischer, und du ernährst sie ihr ganzes Leben.

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Schicksal

Sonntag, 15. Februar 2009 at 22:49 (Philosophisch)

Meine Mutter erzählte mir gestern eine Parabel:  „Ein Ritter kam mit seinem Pferd durch den Wald und kam an eine Kreuzung. An der Kreuzung stand ein Stein und auf dem Stein stand: „Gehst du nach links, kriegst du eins über die Birne. Gehst du nach rechts, kriegst du eins über die Birne. Gehst du geradeaus, kriegst du eins über die Birne.“ Er blieb stehen und kratzte sich unschlüssig am Hinterkopf. Da ertönte eine Stimme von oben: „Entscheidest du dich wohl jetzt endlich? Sonst kriegst du gleich hier eins auf die Birne!“ – Das ist Schicksal.“

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Über die Gerechtigkeit der deutschen Bürger

Freitag, 7. November 2008 at 9:37 (Aus meinem Leben, Philosophisch) (, )

Ich bin eine dieser nervigen Gutmenschen-Personen. Eine naive Gläubige an das allgemeine Gute in der Welt und im Menschen. Ich bin jemand, der, wenn er keine zwei Euro für den Spind hat, seine Sachen in den unverschlossenen Spind legt und in die Bibliothek geht, in der Überzeugung, dass niemand, sogar wenn er sie dort findet, sie nehmen wird.

Und bisher hatte ich immer recht.

Und nun, liebe Leser, stellen Sie sich bitte folgendes vor: Ich falle gestern Abend auf dem Bahnhofsvorplatz in Ohnmacht – und man klaut mein Portemonnaie!

Ich hätte das bisher nicht einmal für möglich gehalten. Tatsächlich habe ich es auch zu dem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten. Ich gehe dort mit meinem niedrigen Blutdruck und Blutzucker von 80 entlang, mir wird schwindelig, ich verliere das Bewusstsein. Als ich aufwache, bin ich wie üblich von einer Menschenmenge umringt, eine ehemalige Krankenschwester überredet mich, liegen zu bleiben und ein Mann ruft einen Krankenwagen. Ich richte mich stur und gegen die Wehr der Frau auf, greife nach meiner Tasche – aus der offenen Tasche schlittert der Inhalt – die Frau tut den Inhalt wieder hinein und gibt mir die Tasche. Einige freundliche Leute warten die vielen (!) Minuten, bis der Krankenwagen eintrifft und helfen mir hinein. Beschreiben die Situation. EIne halbe Minute bin ich vielleicht bewusstlos gewesen.
Im Krankenwagen überzeuge ich die Sanitäter nach der Untersuchung davon, dass keinerlei Grund besteht, mich ins Krankenhaus zu fahren und sie lassen mich gehen. Ich gehe zur Bushaltestelle, will eben meinen Fahrschein herausholen – und er ist weg. Und nicht nur er. Ausweis, Studentenausweis, Krankenkassenkarte, ec-Karte, Cafeteriakarte, 150 Euro bar… alles weg. Und auch noch ein Bild, das ich gerade zum Zeichnen gebraucht hatte.
Natürlich habe ich das zur Anzeige gebracht und die ec-Karte sperren lassen.
(Wartemusik – *freundliche stimme* „Guten Abend, Krause*, was kann ich heute für Sie sperren lassen?“)

Da bin ich also nun. Mit meinem Glauben an die Menschheit. An die Deutschen, die hilfreichsten Menschen der Welt. Sind sie wirklich so nieder, dass sie einer ohnmächtigen jungen Frau, die nichteinmal aussieht, als hätte sie viel, das Portemonnaie aus der Tasche ziehen? Wie weit ist es mit der Moral in unserer Gesellschaft her? Sind die Menschen in Wirklichkeit doch unsere Feinde?

Nein!

Wenn ein Einzelner soetwas getan hat, bedeutet es, dass man Menschen nicht trauen kann? Ja, vielleicht hat jemand meine Geldbörse genommen, vielleicht sogar in böswilliger Absicht. Aber eine andere Frau hat ihren Bus verpasst, und ihr Fachwissen angewandt, um mir zu helfen. EIne andere Frau sprach mir gut zu und beruhigte mich, obwohl sie mich nicht kannte. Ein anderer Mann rief einen Krankenwagen und wartete die ganze Zeit am Straßenrand auf ihn, obwohl er am Bahnhof sicherlich besseres zu tun gehabt hätte. Andere Menschen hielten an und fragten, ob alles in Ordnung sei. Sie schenkten mir Freundlichkeit und beruhigung. Und das tun sie jedes mal, wenn soetwas passiert, egal, wo es passiert.
Und als ich weinend den Platz absuchte, ob es nicht doch irgendwo dort liegt, rutschte ein alter Mann geduldig zur Seite auf seiner Bank und tippte mit der Hand auf den leeren Platz neben sich. „Setzen Sie sich erstmal, Kindchen. Beruhigen Sie sich.“ Und als ich ihn um zwei Euro für den Bus bat, holte er seine Brieftasche heraus und gab mir den letzten Euro, der sich darin befand. Buchstäblich. Und als ein Mädchen neben mir das sah, gab sie mir unaufgefordert den zweiten.

Können all diese Menschen, all diese guten Herzen, von einem einzigen, gewissenlosen Menschen übertönt werden?

Nein, das können und das dürfen sie nicht. Denn das wäre ungerecht, das wäre ein Sieg des Bösen.

Ich glaube weiterhin an die Menschheit.

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Gedanken 0.3

Sonntag, 5. Oktober 2008 at 11:17 (Philosophisch)

Ich hab mir gedacht…

Wofür macht man das, was man macht, eigentlich…

…wofür die ganze Mühe…

…wenn man es hinterher nicht mal bei Google finden kann…?

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Gedanken Allerlei zum Blog

Montag, 29. September 2008 at 12:55 (Aus meinem Leben, Philosophisch)

Ich habe mir heute nochmal alte Kommentare in meinem Blog durchgelesen, auch zu der Seite „über die Autorin“, die eine lächerlich lange Biographie für meine 20 Jahre enthält.

Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen dort von einer Art Seelenverwandtschaft sprechen, von Berührungen, von Emotionen. Das berührt mich jedes mal sehr, denn ich finde es schön, dass es für mich reicht, meine Gedanken bloß zu tippen, um in den Herzen von Menschen irgendwas zu öffnen, irgendwas neues zu beleuchten. Finger fliegen über die Tastatur und irgendwo, in den unendlichen Weiten des Internets, lächelt jemand vielleicht darüber. Vielleicht ist das die wahre Magie.

Ich denke immer sehr viel darüber nach, wohin ich mit diesem winzigen, privaten Einsprengsel im vernetzten Universum eigentlich will. Was ich erreichen will. Eine philosophische Seite? Prophanes Tagebuch mit „Das habe ich heute gemacht und das habe ich heute gezeichnet“? Klassische Linksammlung? Gott weiß es. Ich kann mich – wie immer und bei allem – einfach nicht entscheiden.
Darum mische ich bunt.

Gerade mache ich harte Zeiten durch, aber das Bewusstsein, dass ich so viele der Erfahrungen, die ich mache, dann mit anderen teilen kann, die sie gern lesen (Wirklich!?), gibt mir Motivation, Dinge aus mir heraus zu tippen. Und jede Menge Unsinn. Der gehört immer dazu, der Unsinn. Es geht nicht ohne.
Immerhin geht es sogar bei Traurigkeit nicht darum, traurig zu sein. Sondern wieder fröhlich zu werden.

In diesem Sinne präsentiere ich eine weitere, nichtssagende Fantasyillustration.

Zwerg mit Warg

Zwerg mit Warg

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Meine Zukunft

Dienstag, 1. Juli 2008 at 2:35 (Aus meinem Leben, Philosophisch) (, , , )

Wir leben im Jetzt – für die Zukunft.

Leben, leben, leben. Immer muss man hier fünf Dinge gleichzeitig erledigen. Gleichzeitig sitzt man in der Uni und beim Zahnarzt, währenddessen kochen die Nudeln über und man darf ja darüber nicht vergessen, diese einen Dokumente … Unterlagen abzuschicken. Bis vor zwei Stunden fünfzehn Minuten.

Wenn ich mal reich und berühmt bin, schreibt Alan Rickman mir Liebesbriefe.

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Der Schlaf der Gerechten

Montag, 7. April 2008 at 1:39 (Philosophisch) (, , , )

Jeder kennt es. Es geht einem… dreckig. So richtig dreckig.

Irgendetwas in unserem Leben hat uns sehr wütend, oder verletzt gemacht. Aus irgendeinem Grund sind wir verzweifelt. Oder auch traurig.
Das Gefühl ist wie ein wildes Tier, das nach außen getragen werden will und an seinem Gitterkäfig reißt. Schmerzhaft reißt.
Gott sei Dank gibt es ja gesellschaftliche Konventionen, die uns verbieten, das vor jedem nach außen zu tragen.
Aber es gibt ja auch unsere Freunde. Und unseren Stolz.
Die beiden letzten Sachen gehen nicht gut mit einander.
Eigentlich möchte man gern alles sagen, schreien, man möchte weinen und zetern. Aber andere damit belasten? Anderen auf die Nerven gehen? Ist man so tief gesunken?
Wirst du denn nicht mehr alleine mit deinen Problemen fertig; wo ist bitte deine Stärke?

Sie fragen: „Wie geht es?“ und wir antworten: „Es ist alles in Ordnung.“ und hoffen insgeheim (manchmal halten wir das auch vor uns selbst geheim), dass sie nachfragen; dass sie zweifeln; dass sie es uns nicht glauben. Dann bekommen wir nämlich Gelegenheit, über unsere Gefühle zu sprechen. Das geht natürlich nicht von uns aus; wir wurden ja nur genötigt, darüber zu sprechen. Das verträgt sich mit unserem Stolz.

Aber es gibt da diese beneidenswerte Sorte von Menschen, die es in der Ignoranz am weitesten gebracht haben. Wie böse das klingt! Dabei ist es das garnicht. Das ist ein sehr gesund ausgeprägter natürlicher Schutzmechanismus, der ihren gutmütigen Geist davon abhält, alle Hässlichkeiten in diesem Leben zu bemerken. Das sind sogar meistens die besten und reinherzigsten Menschen, die so sind. Wenn sie gesagt bekommen, dass alles in Ordnung ist, ist für sie alles in Ordnung. Sie glauben das gern. Glaube ist ja auch eine wichtige Sache. Sie wenden sich dann lächelnd ihrem Tagwerk zu. Sie können auch mal nachfragen. Dann erzählen wir es, fügen aber obligatorisch hinzu: „Aber es ist ok. Ich schaffe das auch alleine.“
Zugegeben, manche wenden sich erst dann ab und sind zufriedengestellt.

Unsere geheime, niederträchtige Hoffnung geht nicht auf. Wir finden Leute, die uns simpel glauben. Und dann stehen wir da. Mit unserem Stolz. Der ist übrigens unangetastet und freut sich seines Lebens.
„Juhu! Ich habe wieder verhindert, dass mein Besitzer sich durch dumme Emotionen zum Affen macht!“
Aber kann er uns trösten?
Ein beklemmendes Gefühl, das in uns wuchert. Und es schnürt die Kehle zu und vor Schmerz kann man kaum noch atmen. Aber wir sagen nichts. Wir schaffen das allein. Wir werden sie nicht stören. Sie nicht aus ihrem Schlaf wecken, sie nicht aus ihren schönen Träumen reißen. Und so ist es gut.

Das klang selbstmitleidig? Das mag schon sein. Wenn auf der Welt niemand von deinen Problemen weiß; habe wenigstens in einem kurzen, gesunden Augenblick, nachts, wenn alle schlafen, wenigstens ein kleines Bisschen Mitleid mit dir selbst.

Übrigens empfindet man solch eine zugeschnürte Kehle und glaubt, sich vor Verzweiflung gleich im Nichts aufzulösen… aber dann geht man schlafen, und am nächsten Morgen wacht man auf, und alles scheint irgendwie schon nicht mehr so schlimm. Und irgendwann geht es vorbei. Ganz von allein.

Sarkastisch, nicht…?

Hände über Münster

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Gedanken 0.2

Montag, 31. März 2008 at 8:27 (Philosophisch)

Es ist aus irgendeinem Grund ein allgemeines Vorurteil unserer Gesellschaft, dass kranke und hässliche Personen unbedingt einen guten Charakter haben.

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