Der Kuss

Das Leben ist soo stressig…

Als Entspannung habe ich heute auf einer Karte die Stelle markiert, wo ich meinen ersten Kuss bekommen habe.

Ich bin mir sogar mit dem Gleis sehr sicher.

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5 Kommentare zu “Der Kuss

  1. sigerics sagt:

    Ach, Marina! Ist es wirklich so schlimm gerade? Ich dachte, Zeichnen entspannt Dich vielleicht, oder es macht Dir Spaß?

    Das mit dem Gleiskuß ist ja romantisch. Erzähl mal die Geschichte darum – könnte ja einen Roman ergeben.

    Liebe Grüße,
    Sigmar

  2. Xaveria sagt:

    Ich vermisse auch die Geschichte dazu.
    Bitte erzählen!

  3. Marina sagt:

    Achje… eigentlich ist die Geschichte eine ganz einfache, eine bodenständige Geschichte.

    Mein Liebesleben fährt, seit es begonnen hat, nur von Bahnhof zu Bahnhof.
    Damals, als ich 14 war und ziemlich spät in die Pubertät kam, lernte ich in einem Forum einen jungen Mann kennen, der ähnliche Interessen hatte, wie ich, und nur wenige Monate älter war. Wir chatteten viel miteinander und eines Tages besuchte er mich in Wuppertal, das war im Winter.
    Als er aus dem Zug stieg sah er so erwachsen aus, und hatte schon so eine tiefe Stimme, dass ich kaum glauben konnte, jemand wie er würde mit jemandem wie mir befreundet sein. Zuvor war ich noch nie mit einem jungen befreundet gewesen (um nicht zu sagen, dass ich auch unter den Mädchen nicht allzuviele Freundinnen hatte). Aber er sah mich nicht mit den Augen meiner Klassenkameraden. Er erkannte ein gewisses Potential, das in mir war, und das ich mich zu zeigen nicht traute.
    Wir verbrachten einige nette Tage in Wuppertal, ehe er nach Berlin zurückkehrte.

    Einige Wochen vergingen, und als ich eines Mittwoch Morgens, am 12. März, aufstand, beschloss ich, ihm zu sagen, dass ich ihn mag. Ich machte also mein Chatfenster auf, da schrieb er mir: Schau einmal ins Forum.
    Er war der Administrator desselben.
    Oben, in der Kopfleiste, war ein roter Schriftzug in seiner üblich absoluten Art: „Marina, ich liebe dich.“

    Von diesem Tag an waren wir also ein Paar. Ich überzeugte meine Mutter, dass 15 ein durchaus anständiges Alter ist, um allein für eine Woche nach Berlin zu fahren, zu einem Mann, den man immerhin schon einmal gesehen hat, und sie ließ mich gehen.
    Ich erinnere mich noch sehr gut an den weißen Himmel über Deutschland, unter dem die Felder und Wälder richtung Westen zu schießen schienen, und der für mich wie der klarste Sonnenschein aussah.
    Wie ich mit wildem, zermaterndem Herzklopfen bei der Anfahrt auf den Ostbahnhof der Hauptstadt in der Tür stand und die Menschen auf dem Bahnsteig musterte. Wie ich schließlich ausstieg, und er mir entgegen kam. Er hatte einen Strauß aus fünf weißen Rosen – meine Blumen – und seinen schwarzen Mantel. Er wirkte wie ein Stück Roman inmitten einer Szenerie aus Alltag.
    Er kam auf mich zu und ich glaube, wir wussten beide nicht genau, was wir tun sollten, aber in diesen Momenten scheint die Natur des Menschen sich von allein an dieses natürliche Wissen zu erinnern. Er beugte sich vor und wir küssten uns, zum ersten Mal in meinem Leben.

    Unsere Beziehung sollte zwei Jahre dauern, ich sollte ihm in ihrem Verlauf sehr viel wehtun, aber nichts desto trotz haben wir uns so sehr geliebt, wie zwei 15-jährige das eben können.
    MIt ihm bin ich ein großes Stück erwachsener geworden. Mit ihm habe ich wichtige Teile über das Leben gelernt. Kurzum, die beste erste Liebe, die man sich wünschen kann.

  4. Arienna sagt:

    Eine sehr schöne Geschichte.
    Mein erster Kuss war leider nicht so romantisch und ich wurde von dem Kerl ziemlich verarscht.
    Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass, nachdem ich so lang schon ungeküsst bin, mein nächster Kuss wieder so werden könnte, wie ein erster Kuss :)

  5. istdochegal sagt:

    ich schließe die augen-es wird dunkel-ich falle-hinein in diesen roten fleck-ich falle und komme näher und stehe nun da an diesem tor einer alten welt an die sich niemand erinnert außer ich in diesem augenblick-meine welt meine augenblicke das tor vorm bahnhof-gerade geschnittener ponny-schwarzes haar klare dunkle augen-ein kind-ein junge von zwölf jahren-ein junge der schüchtern nach unten sieht rote wangen-auch ein junge der kämpfen kann und stark alles beschützt was ihm wichtig ist-auch dieses mädchen-auch sie-vor allem sie-sie die im halbdunkel mit ihrem langen schwarzen haar den gleichen klaren aber schwarzen augen auf ihn zu trat seine hand nehmen wollte aber doch fragte ob er tanzen mag-vor all den anderen-und ich merkte nicht wie ich mich erhob und an ihrer hand dem weg folgte den tanz tanzte mein herz öffnete meine angst verlor vorsichtig beim einatmen nicht die liebe zu übersehen die mich einfach an sich nahm die in mich kroch und aus mir heraus schaute aus spaß und verspielt und mich ernst und freundlich sah unsicher und froh und warm und so glücklich klein innerlich hüpfend doch leise und ganz ohne zu schreien-leise-schliesse ich die augen falle in den roten kleinen fleck und wieder hinaus-es ist immer noch dunkel ich öffne die augen und sehe wie ein vögelchen auf ein kleines rotes kreuz

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