Bericht von der Veranstaltung „Migranten und das deutsche Schulsystem“

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich am 26.11. eine Veranstaltung mit dem Titel „Migranten und das deutsche Schulsystem“ geleitet habe, die der Wuppertaler Elternverein 3×3 im Rahmen der lokalen Bildungsmaßnahme des MIGELO-Projektes organisiert hat. Hier folgt nun die Auswertung des Abends.

Anwesend waren etwa 30 Leute, Repräsentanten von Schulen, Ämtern, Hilfsorganisationen, Eltern, Migrantenverbänden und ehemalige Schüler.

Erläuterung der Ausgangssituation

Kinder von Migranten in Schulen stehen einmal wieder im Zentrum einer breiten öffentlichen Diskussion. Sie gelten als sozial schwächere Gruppe, als schlechtere Schüler, als Kinder mit störendem Verhalten.
Weil bei der Suche nach Lösungen oft an einander vorbei geredet wird und die engagierten Kräfte, die tätig werden wollen, möglicherweise oft nicht die eigentlichen Ursachen der Probleme sehen, wollen wir ein Forum schaffen, auf dem alle Beteiligten des Konflikts miteinander diskutieren und die Antworten auf folgende Fragen finden können:

  • An welchen entscheidenden Stellen nehmen die Probleme ihren Ursprung?
  • Wie werden diese Probleme wahrgenommen, wie bewertet?
  • Sprechen die Beteiligten überhaupt vom Selben, wenn sie nach Lösungen suchen?
  • Wie vermittelt man Migranten effizient Wissen über das Schulsystem, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten?
  • Kann man Begegnungsstätten und Netzwerke schaffen, in denen deutsche und zugewanderte Eltern mit einander in Dialog stehen und arbeiten können?

Der Abend

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einleitung präsentierte ich fünf Vorurteile, die sich gegen Kinder, bzw. gegen Eltern mit Migrationshintergrund richten. Ich bat die Anwesenden, jeweils zu zweit Stellung zu zweien der Vorurteile zu nennen und mögliche Gründe zu nennen. Jedes Vorurteil wurde auf einer einzelnen Karte begründet und eingesammelt. Im späteren Verlauf der Sitzung wurden die Karten ausgewertet und ließen sich in drei etwa gleich große Kategorien unterteilen: „Ich bin mit keiner der Aussagen einverstanden“, „Probleme hängen zusammen mit Mangel an Wissen / Sprache“ und „Probleme hängen zusammen mit Identität / Kultur“.  Die letzteren beiden sind also die wesentlichen Kategorien, auf die wir uns konzentrieren müssen, wenn es um Prävention geht.
Die Leiterin des Wuppertaler Elternvereins 3×3 e.V. stellte kurz den Verein vor und nannte seine Aktivitäten. Sie umriss auch die Ziele der aktuellen Veranstaltung.
Es folgte der Beitrag von Andrej B., der selbst mit 13 Jahren nach Deutschland kam und in die Hauptschule kam. Er schilderte die Ereignisse, die dahin führten, dass er schließlich sein Abitur bekam und sein Studium abschließen konnte. Allgemeiner präsentierte er schematisch das deutsche Schulsystem und wies auf dessen Komplexität hin. Sein Hauptpunkt war, dass das deutsche Schulsystem Migranten besser vermittelt werden muss. Um die Durchlässigkeit des Schulsystems entbrannte im Anschluss an den Vortrag eine lebhafte Diskussion.
Natalie L. berichtete von ihren Erfahrungen als engagierte Mutter an einer deutschen Schule. Ungeachtet ihres Migrationshintergrundes ist sie Klassenpflegschaftsvorsitzende und Kassenwärtin des Fördervereins der Schule ihres Sohnes. Ihr Bericht beinhaltete viele Gründe, warum man sich als Elternteil aktiv an der Schule seines Kindes beteiligen sollte und wie man das bewerkstelligen kann.

Im Anschluss wurde in die Podiumsdiskussion übergeleitet. Nach einer Vorstellung der Teilnehmer wurden die Schuldirektorinnen, die Repräsentanten des Jugendamts und der RAA sowie der wissenschaftliche Leiter des MIGELO-Projekts danach befragt, wie sich Kinder von Migranten von deutschen Kindern unterschieden. Die wichtigen Punkte, die dabei genannt wurden, waren, dass man Migranten noch einmal unterteilen muss, dass Kinder natürlich oft Probleme mit der Sprache haben und oft darüber verschämt sind, sodass sie nicht nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Es wurde auch das Thema der Spätaussiedler angesprochen, die Probleme damit haben, als Deutsche zu gelten, obwohl sie schlecht deutsch sprechen.
Meine Mutter, die ich gezwungen habe, an der Diskussion teilzunehmen, wurde nach ihren Erfahrungen als nach Deutschland migrierte Mutter zweier Kinder befragt. Wie viele Elternteile im Raum wies sie darauf hin, dass eines der wichtigsten Probleme es sei, dass man nach der Ankunft oft andere Dinge im Kopf hat, als die Schule des Kindes. Man vertraut der Schule einfach, dass alles gut wird.
Ferner ging es um die Anlaufstellen, die es zurzeit für Migranteneltern gibt. Herr S. vom Jugendamt bedauerte die große Angst, die viele vor der Einmischung des Jugendamtes haben. So könne er seiner Hilfefunktion kaum nachkommen und könne nur dort eingreifen, wo ‚das Kind schon in den Brunnen gefallen ist‘.
Die Zuschauer konnten den Experten Fragen stellen, eine Mutter klärte einen ganz konkreten Fall aus der Schule ihres Sohnes. Zum Abschluss wurden alle Diskussionsteilnehmer aufgefordert, Wünsche zu formulieren, die sie an Vereine wie den Wuppertaler Elternverein für die Zukunft hätten. Darunter waren:

  • Die Mobilisation von freiwilligen Helfern und Fachkräften, die inoffiziell und persönlich an Schulen gehen und Hilfe leisten
  • Die Vernetzung von Beteiligten
  • Die Beschaffung von Geldmitteln für Projekte
  • Verstärkte Information über Hilfsorganisationen und das Schulsystem für Migranten in ihrer Sprache, möglichst schon bevor Probleme auftreten.

Ziel der Veranstaltung

Die Veranstaltung sollte die Basis schaffen für eine Reihe von mittel- und langfristigen Zielen schaffen:

  • Die Informations- und Wissensvermittlung über das  Schulsystem und die Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen für Eltern erleichtern
  • Auftretende Konflikte zu vermindern und die Zusammenarbeit von Einheimischen und Zuwanderern, von Lehrern und Eltern zu verbessern
  • Brücken zwischen Schulen und Eltern bauen
  • Netzwerke und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, in denen russischsprachige und deutsche Familien sich kennen lernen und gemeinsam unter professioneller Begleitung Probleme in der Kindererziehung überwinden

Die Diskussion auf der Veranstaltung war lebhaft und es haben sich wesentliche Punkte herauskristallisiert, die in Zukunft zu ändern sind. Viele der Gäste haben angekündigt, in engeren Kontakt zu treten und an verschiedenen Projekten gemeinsam zu arbeiten. Insofern war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Sie hat eine Vernetzung von Ideen und Konzepten initiiert und weiteren Handlungsbedarf gezielt aufgezeigt.

Handlungsempfehlungen

Sehr zentral am Abend stand die Forderung nach mehr Wissensvermittlung über das deutsche Schulsystem, Ämter und Hilfsorganisationen für Migranten. Eltern muss von Anfang an klar gemacht werden, dass eine aktive Teilhabe am Schulleben ihres Kindes ein wichtiger Teil seines Erfolgs ist. Diese Information sollte möglichst vielsprachig und großflächig zusammengestellt werden.
Außerdem freuen sich Schulen über ehrenamtliche Helfer, die sich mit ihrer Erfahrung ins Schulleben einbringen und es bereichern.

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Wie der JMStV Kindern schaden wird

Dies ist interessant für Pädagogen und Politiker. Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist ein Vertrag zwischen allen Bundesländern und regelt den Jugendschutz im Rundfunk und im Internet. Der soll nun geändert werden. Wer genaue Informationen haben will, was dann anders wird, ist hier knapp und gut beraten.
In aller Kürze: Websites müssen ab jetzt gekennzeichnet werden, ab welchem Alter sie geeignet sind. Durch Filterprogramme werden bei aktivierten Filtern alle Websites ausgeblendet, für die das Kind noch nicht alt genug ist. Das zur Theorie. Nicht gekennzeichnete Seiten werden automatisch „ab 18“ gekennzeichnet, ebenso ausländische Seiten. Der Betreiber ist für die Inhalte der Seite verantwortlich und kann abgemahnt werden, wenn seine Inhalte seiner Alterskennzeichnung nicht entsprechen. Das bedeuetet, dass Seiten, auf denen der Autor nicht für die Inhalte verantwortlich ist, generell nur ab 18 freigeschaltet sein können. Dies gilt für Foren, Chats, Blogs mit Kommentarfunktion und alles Interaktive im Internet. (Lustig, nicht?)

Die technische Umsetzbarkeit dessen wurde bereits an vielen Stellen kritisiert. (z.B. von den Grünen und der Piratenpartei). Ich will darauf gar nicht mehr eingehen. Mir geht es hier ausschließlich um das Wichtigste aller Argumente, nämlich den Schutz von Kindern.

Als Psychologin setze ich mich viel mit der Entwicklung von Kindern und ihren Lernumgebungen auseinander. Heute sind Kinder aus dem Internet nicht wegzudenken. Weil das Phänomen aber so neu ist, stoßen wir natürlich auf eine Reihe von Problemen. Pornographie und Gewalt sind abrufbar, wie nie. Vorbei sind die Zeiten, als einer eine Videokassette in die Schule geschmuggelt hatte und der Held war. Heute ist alles einen Klick entfernt. Niemand widerspricht heutzutage, dass der kompetente Umgang mit den neuen Medien ein zentraler Lerninhalt sein muss.

Was passiert, wenn die Novelle des Jugendmedienschutz-Staatvertrags (*puh*) in Kraft tritt? Das Problem ist, dass niemand es weiß. Der JMStV ist sehr schwammig gehalten. Ich gehe davon aus, dass in den meisten Fällen gar nichts passiert. Die Filtersoftware, die es theoretisch auch heute schon gäbe, wird in den seltensten Fällen verwendet. Teils aus Bequemlichkeit, teils aus Überzeugung. Nur sehr besorgte Eltern werden sie installieren, und vermutlich wird sie an allen öffentlichen Computern vorhanden sein, zum Beispiel in Schulen oder Bibliotheken.
Was geben wir aber jenen Kindern, die an solchen Computern aufwachsen und das Internet kennen lernen?
Wir geben ihnen eine klassische eingeschränkte Lernumgebung. Das Internet, das werden für diese Kinder drei Seiten sein, nehmen wir an, die Toggo-Website, „Blinde Kuh“ und Kindernet. Auf diese Seiten werden sie gehen, unschuldigen Spaß haben und niemand wird sich Sorgen machen.
Der Knackpunkt: Sie haben dabei immer noch nichts darüber gelernt, wie man mit dem Internet umgeht. Sie wissen nicht, wie ein Medium kritisch zu betrachten ist. Sie wissen nicht, wo sie überall nach etwas suchen oder es lassen sollten. Sie wissen nicht, welche Menschen sich auf welchen Seiten herumtreiben. Sie haben nie gelernt, die Anonymität des Netzes kritisch zu bewerten und wissen nicht, was man tut, wenn man etwas begegnet, das einem zu viel ist.

Ein Kind in dieses Abbild des Internets zu setzen, ist vergleichbar damit, es bis zu seinem 18. Geburtstag nicht aus dem Haus zu lassen und es danach zum Studium zu schicken. Na gut, das ist vielleicht nicht genau vergleichbar. Aber die Idee kommt rüber.

Ich habe noch neulich davon gehört, dass viele amerikanische Schulen den Seuxalkundeunterricht ersetzt haben durch die sog. Enthaltsamkeitslehre. Hier wird den Schülern vermittelt, dass der einzige effektive Schutz vor Krankheiten und Schwangerschaft die absolute Enthaltsamkeit sei. Kondome würden häufig platzen ist nicht die einzige Lüge, durch die erreicht wird, Kinder von sexuellen Handlungen allgemein abzuschrecken.
Während ich es ok finde, dass Kinder und junge Jugendliche keinen Sex haben, sind die Natur, die Liebe und die Neugier aber eben oft anderer Meinung. Zu sexuellen Kontakten kommt es an diesen Schulen trotzdem. Aber da die Jugendlichen darauf überhaupt nicht vorbereitet sind, kommt es entsprechend häufig zu Schwangerschaften und Schlimmerem.

Die Parallele hierbei ist, dass Kinder von etwas fern gehalten werden, ohne zu lernen, damit umzugehen. Wenn also ein Kind doch einmal an einen Computer ohne Filter kommt, dann ist sein riskantes Verhalten umso höher. Das Schlimme ist, dass es dann nicht einmal Rat bei seinen Eltern suchen kann, denn die hätten es ja verboten. Also steht es allein und hilflos da.

Die meiner Meinung nach richtige Strategie, Kinder im Internet zu schützen, ist:
Gemeinsam mit dem Kind online gehen, ihm die Kindgerechten Seiten und Angebote zeigen und schauen, was es sonst so macht. Immer als Ansprechpartner da sein. Sich selbst mit dem Thema auseinander setzen und kompetent sein. Dem Kind zur rechten Zeit sexuelle Aufklärungsseiten zeigen, damit es seine Antworten nicht in Pornographie suchen muss. Vor allem aber: Dem Kind vertrauen. Je mehr wir unseren Kindern vertrauen, desto erwachsener und verantwortungsvoller können sie handeln.


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Migranten und das deutsche Schulsystem – Probleme und Perspektiven

Liebe Freunde,

am Freitag, den 26.11.2010 leite ich in Wuppertal eine Veranstaltung unter dem Titel „Migranten und das deusche Schulsystem – Probleme und Perspektiven“.

Neben einigen Vorträgen wird der Kern der Veranstaltung eine Podiumsdiskussion sein. Eingeladen wurden Vertreter aller Interessensgruppen: Schulämter, Direktoren, Lehrer, Eltern und (Ex-)Schüler. Wir wollen einfach mal herausfinden, worin die Probleme von ausländischen Kindern wirklich begründet sind, und was davon bloß in den Köpfen der einen oder anderen Seite entstanden ist.

Kerndaten der Veranstaltung:

Veranstalter: Wuppertaler Elternverein 3×3
Zeit: 26.11.2010 16 – 19 Uhr
Ort: Internationales Begegnungszentrum des Caritasverbandes Wuppertal / Solingen,
Hünefeldstraße 54a, 42285 Wuppertal

Alle sind herzlich eingeladen. (Auch und besonders Bildungspiraten)

Wir werden versuchen, Antworten auf folgende Fragen zu finden:

  • An welchen entscheidenden Stellen nehmen die Probleme ihren Ursprung?
  • Wie werden diese Probleme wahrgenommen, wie bewertet?
  • Sprechen die Beteiligten überhaupt vom Selben, wenn sie nach Lösungen suchen?
  • Wie vermittelt man Migranten effizient Wissen über das Schulsystem, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten?
  • Kann man Begegnungsstätten und Netzwerke schaffen, in denen deutsche und zugewanderte Eltern mit einander in Dialog stehen und arbeiten können?

Was mir noch fehlt, sind viele, viele weitere Fragen, die ich den anwesenden Experten in der Diskussion stellen kann.  Es wäre nett, wenn meine Leser die Kommentarfunktion benutzen könnten und Fragen vorschlagen können.

 

Über den Ausgang werde ich berichten.

Ein Wort zur Zensur

Als die SPD Rheinland-Pfalz sich zur Netzpartei erklärte, entbrannte in ihrem Blog eine heißblütige und teilweise blutige Diskussion über die Berechtigung dieses Namens. Wie könne eine Partei, so empörten sich wütende Leser, darunter signifikant viele Piraten, sich „Netzpartei“ nennen, wo sie doch beispielsweise den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag mitgetragen hat. Weil ich mich in diesem Artikel allgemein halten will, ist es besser, sich an irgendeiner anderen Stelle im Internet (explizit kein Link hier) über diesen JMStVzu informieren.  Im Kern der Debatte steht die Möglichkeit, Inhalte als unzulässig oder entwicklungsbeeinträchtigt zu klassifizieren und dann zu sperren.

Warum ist sperren schlimm?

Sperrungen schränken die Freiheit ein. Thank you, Captain Obvious. Vielleicht ist aber so viel Freiheit auch gar nicht gut für uns. Wir wollen schließlich nicht mit belanglosem oder gar gefährlichem Zeug belästigt werden. Warum gehen so viele Leute auf die Barrikaden, um Pornos zu gewährleisten?

Die Antwort auf die Frage liegt – ganz in jüdischem Stil – in einer Gegenfrage:

Wer entscheidet, was belanglos oder gefährlich ist?

Der deutsche Bürger ist von Demokratie verwöhnt. Daran, dass ein Politiker Zensur nutzen könnte, um unliebsame Information zu vertuschen, Propaganda durchzudrücken und seine eigene Herrschaft zu sichern, glauben die wenigsten. Wenig beachtet wird aber die Tatsache, dass dies seinerseits nur eine Folge der Redefreiheit ist. Wenn die Politik oder Unternehmen versuchen, etwas zu verschweigen, dringt es an anderer Stelle hervor. Daher wissen wir es. Gerade in einer Demokratie ist freie Information essenziell, weil es nicht nur darum geht, dass einem Diktator kein Aufstand droht, sondern es geht um eine Wiederwahl. Der Wähler wird automatisch über Fernsehen, Radio und Internet informiert und trifft auf diese Weise seine Wahlentscheidung. Wenn diese Medien nun zensiert würden, wäre die Wahl keine Frage des Allgemeinwohls mehr, sondern fiele vermutlich zugunsten der aktuellen Regierung aus.

Es geht den Widersachern der Internetzensur also nicht im die Zensur von Kinderpornographie, entwicklungsschädigenden Inhalten oder Youtubekommentaren. Sie setzen sich gegen die Infrastruktur ein, die eingerichtet werden würde, um generell Inhalte zensieren zu können. Denn wenn die einmal da ist, können ganz schnell neue Themenbereiche zensiert werden.

Was meiner Meinung nach aber auf der technoenthusiastischen Seite in dieser Diskussion zu kurz kommt, ist ja das eigentliche Ziel dieser Zensurgesetze: Nämlich Kinder vor der unheimlichen Freiheit zu schützen.

Warum müssen Kinder geschützt werden?

In hunderten von Jahren pädagogischer und psychologischer Forschung ist die Wissenschaft zu der Erkenntnis gelangt, dass Kinder dumm sind. Sie sind nicht für ihr Alter dumm, oder im Vergleich zu anderen Kindern. Sie sind einfach im Vergleich zu Erwachsenen dumm. Sie sind eigenständig bedingt lebensfähig. Niemand käme vermutlich auf die Idee, sein Kind im Alter von vier Jahren allein mit der U-Bahn zum Kindergarten fahren zu lassen. Analysieren wir mal, warum nicht. Selbst, wenn es den Weg perfekt auswendig kennt, gibt es verlockende Ablenkungen, auf die ein Kind hereinfällt. Ein Spielzeuggeschäft bringt es schnell vom Weg ab, Verlaufen und Verspätungen sind garantiert. Wenn es den Zug verpasst, kann es nicht den Fahrplan lesen, wann der nächste kommt. Und die schlimmste Horrorvision einer Mutter: Jemand könnte das Kind einfach mitnehmen. Und weg ist es. Es gibt genug böse Menschen da draußen.

Ok, eigentlich war es redundant, dass ich das alles aufgezählt habe. Aber wir müssen uns vor Augen führen, was wir tun, wenn wir dieses Kind bei der Hand nehmen und zum Kindergarten bringen. Wenn  es quängelt, dass es aber bei dem Geschäft gucken will. Wir berauben es seiner Freiheit. Wir lieben es und zwingen es, auf Dinge zu verzichten, die es sehen will. Nichts anderes tut der JMStV im Internet.

Kinder müssen ihrer Freiheit beraubt werden, um sich orientieren zu lernen, um mit dem Leben zurecht zu kommen. Man kann sie nicht schutzlos allen Einflüssen aussetzen. Vergessen wir nicht, dass wir beispielsweise im Fernsehen auch eine Form des Jugendschutzes haben, nämlich die Sendezeit. Hardcore-Pornographie wird gar nicht ausgestrahlt. In einer Videothek darf kein Minderjähriger in die Porno-Abteilung.

Sicher, die meisten von uns haben diese Dinge irgendwie umgangen. Wir sind alle irgendwann an Alkohol gekommen, oder an Zigaretten oder an Sex-Filme. Aber wir mussten uns dafür ordentlich anstrengen. Es wurde uns jedenfalls nicht hinterhergeworfen, es überraschte uns nicht hinter einer Ecke, wir kamen nicht nachmittags nach Hause, nur um aus Versehen im Fernsehen die Brüste einer nackten Frau zu sehen. Denn gerade dieses Überraschende, dieses Unvorbereitete und Unwillkürliche ist es, was die psyche von Kindern am meisten gefährdet.

Konsequenz: Auch im Internet sollte der Zugang zu bestimmten Inhalten Kindern erschwert werden.

Wir stehen vor der scheinbaren Wahl zwischen Zensur und Freiheit des Internets als einzigartigem Medium. Und darauf will ich hier eigentlich hinaus.  Der Widerspruch ist scheinbar, es gibt technisch schon lange Möglichkeiten, beide Forderungen zu vereinen.

Im Mittelpunkt steht hier das Stichwort „Medienkompetenz“. Eltern und Kinder müssen geschult werden, verantwortungsbewusst mit dem Internet umzugehen. Wo darf ich hin klicken, welche Seiten sollte ich verlassen, wo finde ich Hilfe? Der Umgang mit dem Internet gehört heutzutage definitiv in das Schulprogramm, weil viele Eltern die Ausbildung am Computer nicht gewährleisten können. Und genauso, wie man ein kleines Kind nicht allein vor den Fernseher setzen sollte, sollte man es auch nicht allein an den PC setzen. Eltern und Kinder sollen die neue Information gemeinsam erarbeiten, damit das Kind wirklich versteht, was da auf es einprasselt.

Realität ist, dass viele Eltern nicht die Zeit haben und ab einem gewissen Alter Selbstständigkeit ohnehin unentbehrlich wird. Kaum ein Dreizehnjähriger lässt sich beim Surfen gerne von Mama über die Schulter schauen. Das Gegenargument, dass allein die Fähigkeit zu verantwortungsvollem Umgang längst keinen verantwortungsvollen Umgang garantiert, ist berechtigt. Wir brauchen also einfach auf technischer Seite Barrieren.

Was wäre denn zum Beispiel mit folgender Vision:

Ich habe auf meinem Computer zwei Browser installiert. Wenn ich auf das Firefox-Icon auf meinem Desktop klicke, erscheint ein kleines Passworteingabefeld. Ich tippe ****** ein und kann ungehindert Surfen. Daneben ist ein Icon mit einem Babyfuchs, es ist das Kinderfox. Meine zehnjährige Tochter kommt von der Schule heim, während ich noch auf der Arbeit bin. Sie öffnet ihren Kinderfox und gelangt auf Blinde Kuh, eine Suchmaschine speziell für Kinder. Sie kann sich frei im Internet bewegen, wie ich. Aber die Rechte des Browsers sind beschränkt, Google-Filtereinstellungen sind unabänderbar hoch, riskante Seiten werden geblockt.

Man müsste sich über die Details unterhalten, was wird wie genau blockiert, aber wesentlich finde ich Folgendes:

Die Eltern müssen diese Einstellungen freiwillig vornehmen. Es muss in ihrer Hand liegen, wovor sie ihr Kind schützen möchten, und wovor nicht. Das ist für mich eine klare Grenze, ab der der Staat sich nicht in die Familienangelegenheiten mischen darf.

Die Rechte der Eltern werden damit nicht beschnitten, aber technisch haben die Eltern die Möglichkeit, die Rechte ihrer Kinder zu beschneiden.

Wichtig ist, dass dies kein Programm ist, das auf gesetzlicher Ebene beschlossen werden muss. Die Möglichkeiten sind da, die Politik kann sie bestenfalls propagieren und unterstützen. Vor allem aber sollte sie nicht durch Gesetze weitere, übergeordnete Schutzsysteme aufbauen, die das Ziel oftmals verfehlen.

Als zukünfigte Mutter und Internet-fan sehe ich mich in der Rolle einer Vermittlerin. Daher hier einige Bitten an alle Parteien:

Liebe Regierung: Lass die Finger von Internetsendezeiten und Stopp-Schildern. Das sind keine lohnenden Konzepte. Erziehe lieber die Eltern, und lass die die Kinder erziehen.

Liebe Piratenpartei: Schrei nicht immer nur „Weg mit der Zensur“. Du bist doch die technisch versierte Partei! Propagiere einfache Möglichkeiten, das Internet in kindgerechte Stücke zu schneiden. Ich weiß doch, dass du welche kennst. Verbreite deine Ideen bei den anderen Parteien und vertrete sie in Podiumsdiskussionen. Sag nicht nur „nein“.

Liebe Eltern: Nehmt euch Zeit für eure Kinder! Ich weiß, es ist oft stressig, ich weiß, manchmal will man einfach nicht. Aber das ist das, was ihr der Welt hinterlasst. Eure Kinder haben es verdient, glücklich zu sein, und dazu gehört auch, dass ihr euch gemeinsam die Toggo-Website anschaut und mit euren Kindern die Fernsehserien besprecht. Bringt euren Kindern Verantwortung bei, damit der Staat es nicht für euch tun muss.

Liebe Kinder: Seid nicht so anstrengend. Wenn man nach „Sex“ googelt, kommt wirklich wirklich nichts Spannendes raus. Ehrlich.

Offener Brief an einen Freund

Mein lieber Freund,

du fragst mich, warum du unglücklich bist.
Du sagst, du tust doch alles, um den Menschen zu helfen. Dein ganzes Leben befindest du dich auf dieser Suche nach etwas, und bekommst es doch nicht. Du bist doch ein guter Mensch. Du bist doch für alle da. Und manchmal beklemmt dich etwas in der Brust.

Du hast solche Angst davor, egoistisch zu sein, dass du dich für andere ganz opfern würdest. Und du fragst: Warum bricht es doch immer wieder aus mir heraus? Weshalb bin ich solch ein verdammter Egoist?

‚Genau darum‘, anworte ich dir, lieber Freund.

Du liebst alle Menschen so sehr, nur einer ist darunter, den du nicht liebst. Und dieser eine, die dreizehnte Fee, die nicht zum Fest geladen wurde, rächt sich. Dabei ist doch dieser eine der Wichtigste von allen.

Dein Innerstes, dein Heiligstes, ist dein eigenes Kind.
Entsinne dich. Du hast es selbst geschaffen. Du hast große Schmerzen auf dich genommen, und aus all deinem Leid, aus all deiner Erfahrung, hast du das geformt. Du hast ihm Leben geschenkt, in dir wird es Leben, bis du stirbst.
Das ist es, wofür du gearbeitet hast. Um das du dir Sorgen machst, wegen dem du Nachts nicht schläfst. Dass du es liebst, das bist du ihm schuldig.

Du fragst: ‚Weshalb tut es so weh, wenn jemand mich kritisiert?‘

Wie kannst du es zulassen, dass irgendjemand dich bewertet? Dass jemand dein Kind beleidigt, liebst du es denn darum weniger? Bist du wirklich enttäuscht, wenn dein Kind bei einem Wettbewerb nicht den ersten Preis bekommt?  Würdest du dein Kind für jemand anderen opfern? Würdest du es genau so behandeln, wie alle anderen Kinder auch?

Sein Eigenes liebt man immer mehr als das Fremde. So sind wir Menschen, und Menschen werden wir immer bleiben.
Niemand wird dich je so lieben können, wie du es selbst tust.
Du trittst auf deine Tränen und sagst dir, dass sie falsch sind. Dabei weint in dir doch der Teil, der deiner Aufmerksamkeit am meisten bedarf. Kann man zu egoistisch sein? Vielleicht. Auf jeden Fall kann man zu wenig egoistisch sein.

Höre in dich, in die kleine Stimme, die dort manchmal unbemerkt weint. Nimm sie in den Arm. Streichle über das feine Haar und sag: ‚Was auch immer geschieht. Ich werde dich immer lieben. Auf deine Wünsche werde ich achten. Ich werde dich mit strenger Hand erziehen, doch ich werde nicht zulassen, dass dir jemand ein Haar krümmt. Bei mir bist du sicher. Und nun lass uns diesen Wettbewerb verlassen. Dass dich jemand bewertet, haben wir nicht nötig. Lass uns anderen helfen gehen…“

Internationaler Kongress der Verdammnis

Ich habe in letzter Zeit nicht täglich aktualisiert. Ich habe gearbeitet.

An der psychologischen Fakultät der Universität Münster fand der ‚IV. International Congress of Inntelligence and .Creativity‘ statt. Organisiert von den Universitäten in Münster, Paris und Moskau, größtenteils besucht von Russen. Und ich mittendrin.

Da ich die einzige war, die in unserer Arbeitseinheit russisch sprach, musste ich alle 4 Tage, die es dauerte, anwesend sein und die Professoren betreuen. Dabei ergab sich viel Lehrreiches – und viel Komisches.

Mittwoch

Noch hat nichts offiziell angefangen. Am Mittwoch fand nur ein Workshop statt, an dem ich nicht teilgenommen habe. Direkt im Anschluss an meine letzte Vordiplomsprüfung für dieses Semester saß ich am Empfang und hielt Aufsicht über die Kaffeemaschine auf dem Buffet. Die Russen kamen an und langsam, langsam, kam man ins Gespräch. Am Abend haben unsere Professoren es tatsächlich geschafft, in das Restaurant, in dem ein inoffizielles Come-Together stattfinden sollte, vorzufahren, ohne dass man den Russen bescheid gesagt hätte, wie sie hinkommen.
Ich brachte sie also hin und sie folgten mir wie die Küken von Lorenz.
Im Restaurant wurde ich überredet, da zu bleiben und hatte einen sehr angenehmen Abend. Ein Tisch war größtenteils mit den Deutschen besetzt, ein anderer Tisch mit den Russen und einem Deutschen, was die Aufgabe für mich erschwerte, denn ich saß natürlich mit am zweiten Tisch. Es war eine sehr lustige, heitere Runde (im Gegensatz zum anderen Tisch, wo die Zeit mit Diskussionen über Psychologie verschwendet wurde) und im Anschluss an einige deutsche Bier wurden Witze ausgetauscht. Das wäre gut, wäre der Deutsche nicht so neugierig darauf, was die Leute erzählen. So wurde ich Konversationsmittelpunkt wider Willen und bespaßte, drei Sprachen jonglierend, die Gemeinschaft als Übersetzerin/Entertainerin.
Als die Leute erfuhren, dass ich am Morgen eine Prüfung hatte, riefen sie fröhlich-betrunken: „Warum hast du uns nichts früher gesagt? Wir wären mitgekommen! Als Unterstützung!“
Ich stellte mir kurz die Szene vor, wie ich in den Raum zur Prüfung eintrete, hinter mir her acht etablierte Professoren der russischen Staatsuniversität Lomonossovs. „Ich habe mir nur etwas Unterstützung mitgebracht.“ Ich musste lächeln.

Donnerstag

Die Leute sprechen mich mit „Sie“ und „Marinotchka“ an. Ich habe eine Privatvorlesung von Vladimir Michailowitch Petrov erhalten, der eine ganze Stunde am Empfang herumstand und mir unter energischen Vorträgen über die Pereodizität von Psychologischen Funktionen über die Geschichte hinweg einen Zettel mit Grafiken und Literaturangaben vollkritzelte.
Ich habe außerdem Elena Nikolaeva kennen gelernt, eine kleine, ältere und unheimlich lebhafte Frau, die sich wacker für die Gute Seite der Wissenschaft schlägt und Busfahren sehr hasst. Wir haben uns sehr lange Zeit unterhalten; ihre Kollegin beschloss, sich eine Wohnung in Münster zu kaufen und konsultierte mich in diesem Belang. Ich kenne nun alle Lebensverhältnisse der Leute, ihre Kinder, ihre Ehemänner, wen sie mögen, wen sie hassen, bei wem von Ihnen seinerzeit Eysenck und Maslow übernachtet hatten. Meine deutschen Kollegen fragten mich schließlich, seit wievielen Jahren ich die eigentlich kannte. Zum guten Schluss habe ich unseren Professor Schäfer auf russisch angesprochen und ihn einige Minuten zugetextet, ehe er sanft einwarf: „Die andere Sprache, Frau Weisband. Die andere Sprache.“
Ich brauhe Urlaub.

Freitag

Morgens werde ich von einer der jüngeren und sehr freundlichen Russinen angesprochen:
„Marinotchka…. wir haben hier eine sehr russische Bitte an Sie. Herr Schäfer hat uns Poster von dem Kongress versprochen und wir haben da oben im Treppenhaus, wo die Bauarbeiten sind, so Papprollen von Tapeten liegen sehen. Meinen Sie, Sie könnten uns so welche besorgen? Ist ja zu peinlich, einen Deutschen danach zu fragen….“
Ich also, pflichtbewusst wie immer, renne auf die Baustelle, frage dort alle Bauarbeiter nach ihrem Chef und wen ich fragen kann… Und natürlich ist das gar kein Problem, im Container sind sogar noch viel mehr. Der Hahn im Korb klettert also in den 2 Meter hohen Container hinein und schmeißt dort immer wieder eine dieser Rollen hinaus. Ich, in meinem feinen schwarzen Kleid, mit meinem offiziellen Namensschildchen, auf dem  auf Englisch meine Zugehörigkeit zum Kongress ausgeführt ist, renne, mit Baurollen unter dem Arm, über die Baustelle. Pflicht eins erfüllt.
Später bin ich bei einem Vortrag unglücklich zwischen die Fronten einer wissenschaftlichen Debatte zwischen Nikolaeva und Petrov geraten, die beide nun sehr wenig von einander halten. Bezeichnend übrigens. Obwohl ich schon seit zwei Jahren studiere, habe ich keine Ahnung, wie meine Professoren zu einander stehen. Von den Russen wusste ich es am ersten Tag.
Ich wurde von einer Kiever Professorin gebeten, ihre Folien zu überarbeiten und sie bei ihrem Vortrag möglicherweise ein klein wenig zu unterstützen, falls jemand Fragen hat. Denn Englisch spricht sie nicht; der Vortrag sollte der einzige auf deutsch sein.
Als es dann soweit war, war auch alles da – außer deutschem Auditorium. Stattdessen saßen im Publikum Russen, Italiener, Türken.
Flink wie Italienerinnen sind, kam Prof. De Caroli schnell auf eine gute Idee: Ich könne ja den Vortrag synchron übersetzen. Heh. Gute Idee.

Nachdem ich also keine Wahl hatte, führte die Ukrainierin ihre in schwerem Akzent gesprochenen, ellenlangen, verschwachtelten deutschen Wissenschaftssätze aus, um anschließend mir die Möglichkeit zu geben, panisch alles, was ich mir aus diesem Wirrwarr irgendwie habe merken können, ins Englische zu übersezten. Wäre der Vortrag nicht über musikalische Kreativität gewesen, hätte ich wohl sogar alle Wörter gekannt.  Ich erinnere mich daran, währenddessen gedacht zu haben:
‚Gott… Sie bewegt ihre Lippen. Das heißt, sie redet. Oh nein, das muss ich gleich übersetzen… dann muss ich ihr zuhören… ich kann doch nicht etwas übersetzen, wo ich nichtmal zugehört habe. Ohje, warum redet sie nur immer weiter? Warum bewegt sie ihre Lippen? Was sagt sie??‘

Kurzum, mit letzter Kraft habe ich mich eine Stunde lang gequält, aber eine (laut ihrer Kollegin) adäquate Übersetzung hinbekommen. Und ausgerechnet bei diesem Vortrag war mein Chef natürlich nicht anwesend. Klar. Ich bin nach Hause getorkelt und ins Bett gefallen.

Samstag

Durch ein Wunder wissen alle von meiner gestrigen Heldentat. Ich werde überschüttet mit Anerkennungsbezeugungen. Heute kam eine sehr bekannte Psychologin aus Yale an, Grigorenko. („Ich muss ihnen zu diesem Namen wohl nichts sagen!“ – Mein Prof.)
Diese sehr anerkannte Professorin hielt einen wahnsinnig interessanten Vortrag über die Erfassung von Kreativität mit Hilfe eines neuen, von ihr Entwickelten Instruments.
Ich traute mich lange Zeit nicht, sie anzusprechen, da es sogar für Nikolaeva wohl eine Ehre war, mit ihr zu sprechen. Was sollte ich Studentin da sagen…
Aber in einer Kaffeepause sagte ich ihr dann doch, dass ich ihren Vortrag sehr inspirierend gefunden habe und dass ich selbst gern später in diesem Gebiet arbeiten will.
Am Ende dieses Gespräches hatte ich das Angebot, an der deutschen Version dieses Instrumentes zu arbeiten.
Ich dachte, dass eine Zusammenarbeit mit Yale im 5. Semester garnicht so schlecht klingt und überzeugte prompt meinen Professor.

Dann wurde sich verabschiedet, denn die Konferenz endete. Ich wurde mit Visitenkarten und Einladungen nach Moskau beworfen, von mir verabschiedete man sich mindestens so ausführlich, wie von meinen Chef. Es war ein warmer Abschied, und für mich das Ende einer wahnsinnig anstrengenden und interessanten Zeit.

2010 findet die Konferenz in Moskau statt. Man hat mir von Moskauer Seite erklärt, man werde meinen Chef dort nicht ohne mich hinlassen.

Der Brief

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